Vedanta
Aus yogawiki
Vedanta entstand vor mutmaßlich rund 2000 Jahren, erlebte seitdem mehrere Renaissancen und bildet für manche Yogaschulen wie etwa in der Tradition von Swami Sivananda einen der wichtigsten theoretischen Bezugspunkte. Vor allem aber ist sie derzeit als (Neo-) Advaita vermischt mit Elementen der modernen Psychologie im Umfeld des Yoga sehr präsent. Zu den prominentesten Vertretern gehören der indische Meister Poonja (1910-1967) und seine amerikanischen Schüler Samarpan und Gangaji sowie in Deutschland OM C. Parkin und Madhukar. Vedanta geht davon aus, dass das große Ganze (Brahman) und das individuelle Selbst (Atman) dasselbe sind. „Tat tvam asi“ lautet die Hauptaussage: „Das bist du.“ Dies zu erkennen, führt zur ersehnten Befreiung (Moksha). Der Weg dorthin erfordert eine intensive Selbsterforschung, unterstützt durch den Dialog mit einem Lehrer im Satsang. Vedanta bildete von Anfang an die Gegenposition zur Philosophie des Samkhya, die eine geteilte Welt aus reinem Bewusstsein (Purusha) und unbewussten Erscheinungen (Prakriti) behauptet. Samkhya floss allerdings ebenso wie der Vedanta, die Götterwelten der Veden, Patanjali´s klassische Yoga-Philosophie und Tantra in das ein, was heute pauschal als „Yoga-Philosophie“ bezeichnet wird. Das, wörtlich übersetzt: „Ende der Veden“ entstand aus den Bemühungen, die „Essenz der Veden“ herauszuarbeiten und gehört seitdem zu den sechs offiziellen Hindu-Philosophien (Darshans). Seine heute bekannteste Auslegung als Advaita-Vedanta stammt aus dem Mittelalter, begründet vom Gelehrten Sankara (788 -820 n. Chr.).
