Samskara
Aus yogawiki
In der Yoga Philosophie steht Samskara für Prägung, Eindruck oder Nachwirkung und wird in der Regel psychologisch als Muster oder „geistige Tendenz“ verstanden. Ethymologisch beruht es auf der Sanskritwurzel kr für handeln, und sam für angesammelt. Wörtlich bedeutet es also „angesammeltes Handeln“ und entsteht teilweise schon in frühester Kindheit durch Erfahrungen und äußere Eindrücke. Ähnlich wie Vasanas üben Samskaras eine unbewusste, lenkende Wirkung auf den Geist aus, die der Gelehrte Patanjali vor rund 2000 Jahren im ersten Kapitel (Sutra 50) seines Yoga Sutra anspricht: tajjah samskaro nya samskara pratibandhi. In der Übersetzung und Deutung durch Yogameister T.K.V. Desikachar heißt das: Durch Yoga entsteht eine geistige Tendenz, die den Einfluss all jener anderen Tendenzen zurückdrängt, die auf falschem Verstehen beruhen. Die alten psychischen Muster existieren also trotz Yogapraxis in den tiefen Schichten des Unterbewusstseins weiter. Lässt die Yogapraxis nach, bestimmen sie unser Handeln unter Umständen wieder mehr. Yoga zielt drauf ab, negatives Samskara zu schwächen und positives Samskara zu stärken. Letzteres entsteht durch die inneren Wirkkräfte der Weisheit (prajna). Meditation und Psychotherapie können die Praxis dort unterstützen, wo sie besonders starke negative Samskaras bewusst machen und damit entkräften. In einer weiteren Bedeutung sind Samskaras die rund 40 Übergangsrituale im Hinduismus, darunter Zeugung, Geburt, erste Namensgebung, Ende des Studiums, Hochzeit und Leichenverbrennung.
