Pranayama

Aus yogawiki

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Pranayama ist der vierte Baustein nach Patanjali und bezieht sich auf Atemübungen, die Körper und Geist zusammenbringen. An dieser Stelle sollen unabhängig, völlig rang- und wertfrei verschiedene Atemübungen und -techniken vorgestellt werden. Achtung: Um uns die Schreibweisen zu erleichtern, haben wir uns für yogawiki auf die Konventionen verständigt, die Übertragung von Sanskrit Ausdrücke in unserem Schriftbild zu formulieren.

Das yogawiki lebt von der aktiven Mitarbeit von Autoren. Trage Deine Ergänzungen und Erweiterungen von Themen und Texten ein. Hier findest Du Tipps und Hinweise für redaktionelle Beiträge.


Die verschiedene Pranayamas:

Inhaltsverzeichnis


Kappalabathi

In Kapalabhati ist die Einatmung langsam, die Ausatmung aber kräftig. Nach jeder Ausatmung wird der Atem für den Bruchteil einer Sekunde angehalten und die Einatmung erfolgt automatisch. Kapalabhati einige Runden hintereinander ausführen. Anschließend sitzend oder in Savasana nachspüren.

Kapalabhati bedeutet leuchtender Schädel - was auch eine Dimension über uns hinaus zeigt.

Nadhi Sodhana

Nadi= ist ein röhrenförmiges Organ des Körpers, ähnlich einer Arterie oder Vene, durch das Prana, die Lebensenergie, fließt. Shodhana= bedeutet reinigen, säubern und der Zweck von Nadi-Shodhana-Pranayama ist die Reinigung der Nerven.

Praxis: Aufrechten Sitz einnehmen.Rückseite des linken Handgelenks auf das linke Knie legen. Mit der linken Hand das Jnana-Mudra ausführen. Rechten Arm beugen. Zeige- und Mittelfinger zur Handfläche hin biegen und ruhig halten. Ring- und kleinen Finger zum Daumen führen. Die offenen Finger jeweils an eine Seite der Nase führen, gerade unterhalb des Nasenbeins. Durch den Druck des Ring- und kleinen Fingers die linke Seite der Nase vollkommen verschließen. Die Lungen vollkommen durch das rechte Nasenloch leeren. Die Öffnung des rechten Nasenlochs mit der Innenseite des rechten Daumens kontrollieren, unterhalb des Nagels. Lungen bis zum Rand füllen, linke Seite geschlossen halten. Nach einer vollständigen Einatmung das rechte Nasenloch vollständig verschließen mit dem Druck des Daumens. Den Druck von Ring- und kleinem Finger auf das linke Nasenloch freigeben. Langsam tief und stetig über das linke Nasenloch ausatmen. Parallel das rechte Nasenloch geschlossen halten. Durch das linke Atemloch langsam, stetig und tief einatmen. Die Seite wechseln, in dem durch das rechte Nasenloch voll und lang ausgeatmet wird. 8 bis 10 Zyklen ausführen.

Wirkungen: Das Blut empfängt Nadi-Sodhana eine größere Zufuhr an Sauerstoff als beim normalen Atem, so dass man sich erfrischt fühlt und die Nerven beruhigt und gereinigt werden. Die Gedanken werden still und klar.



Sitali

Shitali bedeutet kalt.

Technik: Einen aufrechten Sitz einnehmen. Der Scheitel zieht nach oben, Schulterspitzen fließen nach unten. Daumen und Zeigefinger zusammenführen, für das Jnana-Mudra. Mund öffnen und mit den Lippen zu einem O formen. Zunge einrollen wie ein frisch eingerolltes Blatt. Gerollte Zunge durch die Lippen herausstrecken. Luft durch die gerollte Zunge mit einem Zischlaut einziehen bis die Lungen gefüllt sind. Nach der tiefen Einatmung die Zunge wieder einziehen und Mund schließen.

Nach der Einatmung den Kopf vom Nacken bis zum Rumpf senken. Kinn Richtung Schlüsselbein für Jalandhara-Bhanda senken.

Atem für ca. 5 Sekunden anhalten und Mula-Bhanda aktivieren. Langsam mit einem Hauchlaut durch die Nase ausatmen, wie in Ujjayi.

Langsam den Kopf heben, parallel die gerollte Zunge durch die Lippen herausstrecken und den nächsten Zyklus beginnen.

Es wird empfohlen, Shitali Pranayama für 5-10 Minuten zu üben und sich im Anschluss in Savasana zu legen.

Wirkungen: Dieses Pranayama kühlt den Organismus und beruhigt Augen und Ohren.


Ujjayi Pranayama

ud: steht für aufwärts oder Vorrang, auch aufblasen oder ausweiten Jaya: Eroberung, Sieg, Triumph oder Erfolg

Technik: Wirbelsäule lang aufrichten. Durch beide Nasenlöcher langsam, tief und stetig einatmen. Kehle sanft verengen, so dass die Luft in der Gaumenhöhle gespürt wird und ein Geräusch wie ein Zischlaut (Sa) entsteht. Lungen füllen, Atem für 1-2 Sekunden halten. Tief, stetig und langsam ausatmen, bis die Lungen vollständig leer sind. Dabei Nabel leicht in Richtung Wirbelsäule ziehen. Wieder sanft die Kehle verengen, so dass ein Geräusch wie ein Hauchlaut (Ha) entsteht. 1 bis 2 Sekunden warten, bevor wieder eingeatmet wird..

Ujjayi Pranayama kann selbständig als Pranayama Übung praktiziert werden oder auch in Kombination mit Yogaübungen oder auch beim Gehen oder Liegen. Es kann zu allen Tages- und Nachzeiten geübt werden.

Wirkungen Diese Art von Pranayama füllt die Lungen mit Luft, befreit die Trägheit, gibt Ausdauer, beruhigt die Nerven und belebt den ganzen Organismus.


Sicherheitshinweise

Bitte beachten Sie die Sicherheitshinweise.


Quellen

  1. B.K.S. Iyengar: Licht auf Yoga (O.W. Barth Verlag, 2. Auflage, Frankfurt am Main 2005)
  2. Desikachar, T.K.V.: Yoga Tradition und Erfahrung (via nova Verlag, 3. Auflage, Petersberg 2005)
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