Mudra

Aus yogawiki

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Geste, Haltung, die mit dem Körper, der Hand und/oder Fingern ausgeführt wird. Ein Mudra verkörpert bestimmte Geisteshaltungen.

Der Ausdruck „Mudra“ (Sansk. „Siegel“) begegnet dem Yogaübenden meistens in seiner Bedeutung als Handgeste. Bekannte Beispiele sind die gefalteten Hände im „Anjali-Mudra“ und das „Jnana-Mudra“ (auch „Chin-Mudra“ genannt), bei dem die Spitzen von Daumen und Zeigefinger aufeinander liegen. Manche Traditionen wie Tri-Yoga kennen über 1000 Mudras. Neben Handgesten zählt hierzu auch das Augen-Mudra, bei dem die Pupillen nach oben rollen, um das Dritte Augen während der Meditation zu fokussieren. Wenige Yogis praktzieren das Kecari-Mudra, bei dem sie die zurückgebogene Zungenspitze unter das Gaumenblatt schieben und so den Rachen verschließen. Dazu muss vorher das Zungenbändchen operativ entfernt werden. In Europa beherrscht das der Schweizer Reinhard Gammenthaler, der auch seine Ganzkörper-Tätowierung als Mudra begreift. Im Sinne des Versiegelns zählt >B.K.S Iyengar auch die Körperverschlüsse (Bandhas) dazu. Viele Lehrer verstehen unter Mudra generell den Gestus des sich von der Außenwelt Zurückziehens, wie er z. B. in der Haltung des Kindes (Balasana) zum Ausdruck kommt. Indischer Tanz und Tantra dagegen meinen mit Mudra eine symbolische Handgeste, die Einfluss auf irdische Vorgänge und Götter ausübt. Im rituellen Geschlechtsverkehr des linkshändischen Tantra ist die Mudra auch die Partnerin oder das geröstete Getreide, das als Aphrodisiakum gilt. Außerdem heißt der große Ohrring der Mitglieder des Kanphata-Ordens Mudra, den der Pionier des Hatha-Yoga, Goraksha, im 12. Jahrhundert gründete.

Quellen

  1. B.K.S. Iyengar: Licht auf Yoga (O.W. Barth Verlag, 2. Auflage, Frankfurt am Main 2005)
  2. Eckart Wolz-Gottwald: Yoga-Philosophie-Atlas (Via Nova Verlag)
  3. Anna Trökes: Das grosse Yogabuch (Graefe & Unzer Verlag GmbH, 7. Auflage, München 2006)
  4. A.G. Mohan: Ayurveda und Yoga (Via Nova Verlag, 1. Auflage, Petersberg 2003)
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