Häufig verwendete Begriffe
Aus yogawiki
An dieser Stelle laden wir die Yoga-Community und Interessierte ein, häufig vorkommende und wichtige Begriffe aus und um den Yoga zu sammeln und zu erklären. Achtung: Um uns die Schreibweisen zu erleichtern, haben wir uns für yogawiki auf die Konventionen verständigt, die Übertragung von Sanskrit Ausdrücke in unserem Schriftbild zu formulieren.
Das yogawiki lebt von der aktiven Mitarbeit von Autoren. Trage Deine Ergänzungen und Erweiterungen von Themen und Texten ein. Hier findest Du Tipps und Hinweise für redaktionelle Beiträge.
Liste der Begriffe:
Achtgliedriger Yoga
Die Yoga Lehren von Patanjali werden auch als ashtanga oder achtgliedriger Yoga bezeichnet. In den Texten wurden acht Übungsstufen überliefert, die einen Weg darstellen, um einen Zustand der Freiheit zu erreichen:
Ayurveda
Wörtlich "Das Wissen (veda) vom/des Leben(s) (ayus). Ganzheitliche Wissenschaft, Heilkunst, Medizin, Gesundheitssystem aus Indien.
Asana
Übung, Stellung, Haltung in der Yogapraxis. Die dritte Stufe des Achtgliedrigen Pfades nach Patanjali.
Balance
- Mögliche Wirkungen von Yogahaltungen der Kategorie Balance
Balanceübungen helfen, Standfestigkeit und Gleichgewichtssinn zu entwickeln. Das Gehirn wird angeregt, um den Körper gegen die Schwerkraft auszubalancieren. Das fördert wiederum die Konzentration und das Finden von Gleichgewicht und Zentriertheit in Körper, Geist und Seele.
- Hinweis
In Yogahaltungen, die unsere Balance herausfordern, wollen wir uns im Bauchraum ehr eng und klein machen und unterbrechen einen regelmäßigen Atem. Das Beibehalten einer langen und stolzen Körperausrichtung unterstützt Balance Übungen. Atmung gleichmäßig lassen, Kiefer und die Gesichtszüge entspannt lassen.
Beispiele Balancehaltungen in yogawiki: Ardha Chandrasana, Ardha Navasana (Halbes Boot), Garudasana, Pincha Mayurasana (Unterarmstand), Vashistasana (Seitl. Liegestütz), Virabhadrasana III (Krieger III), Vrischikasana (Baum)
Bhagavad Gita
Eine der bedeutendsten vedischen Schriften, die in dem von den Hinduisten verehrter Teil des indisischen Epos Mahabharata eingebettet ist. Diese entstand im Laufe mehrere Generationen und wurde spätestens im 3. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung abgeschlossen.
Bhanda
Als Verschluss, Fessel, Bindung oder Band bezeichnet. Eine Aktivität aus der Hatha Yoga Praxis. Hierbei werden bestimmte Organe, Muskelgruppen und/oder Körperteile "verschlossen" und/oder kontrolliert, um die Energie im Körper anzuregen und zu halten. Es gibt unterschiedliche bandhas: jalandhara-bandha, uddiyana-bandha, mula-bandha.
Chakra
Energiezentren im Körper
Dharana
Dharana steht für Konzentration und bildet die 6. Stufe von Patanjalis achtgliedrigem Pfad.
Dhyana
Dosha
Im Ayurveda bezeichnet man als Dosha die drei verschiedenen Lebensenergien Vata, Pitta und Kapha, die dem Menschen seine individuelle Konstitution verleihen und seine körperliche und geistige Funktion regulieren. Jeder Mensch wird danach mit einer ihm eigenen Konstitution geboren. Diese wird weiterhin durch den Zustand der Doshas der Eltern sowie durch den Zeitpunkt der Empfängnis und auch noch anderen Faktoren bestimmt. Störungen des angeborenen Gleichgewichtes können u.a. durch Lebensweise, Ernährung, Krankheiten, Stress auftreten.
Drehung
- Mögliche Wirkungen von Yogahaltungen der Kategorie Drehungen
Drehungen helfen, die Wirbelsäule beweglich zu halten und lassen die Muskulatur des Brustkorbs elastischer werden. Drehungen massieren und bewegen die inneren Organe und werden als reinigende Haltungen angesehen. Sie wirken neutralisierend und sind gute Ausgleichshaltungen zu Rücken- und Vorwärtsbeugen.
- Hinweise
Die Länge der Wirbelsäule und das erhobene Brustbein sollten während der Drehung beibehalten werden. Mit jeder Einatmung mehr Länge vom Steißbein bis zum Scheitel finden und mit jeder Ausatmung sanft von innen nach außen rotieren.
Beispiele Drehungen bei yogawiki:Ardha Matsyendrasana (Halber Drehsitz)
Gunas
Stellen drei Ureigenschaften der Natur und Materie dar: sattva-guna (Qualität des Lichts, der Reinheit, des Klaren), rajas-guna (Qualität der Hitze, Leidenschaft), tamas-guna (Qualität der Dunkelheit, Trägheit).
Hüftöffner
- Mögliche Wirkungen von Yogahaltungen der Kategorie Hüftöffner
Hüftöffner geben der Muskulatur in den Leisten, Hüften und im Gesäß die Chance, sich von den gewohnten eindimensionalen Bewegungsmustern zu lösen (Vorwärtsgehen, auf dem Stuhl sitzen) und die Flexibilität dieser zu erhöhen.
Beispiele Hüftöffner bei yogawiki: Ardha Chandrasana (Halbmond), Eka Pada Rajakapotasana (Taube)
Kapha
Kapha ist eins der drei Doshas im ayurvedisches System. Es steht für das Element Wasser und auch Kälte. Die materielle Eigenschaft ist das Verbinden und Zusammenhalten.
Klassisch-Philosophischer Yoga
In den sechs philosophischen Systemes (darshans) des Hinduismus stellt Yoga eine angewandte Philosophie dar, die im Wesentlichen auf dem Yoga Sutra von Patanjali fußt. Dessen Lebenszeit wird nicht genauer als zwischen 200 vor und 200 nach Christi Geburt angegeben. Zentrale Begriffe in der Terminologie des philosophischen Yoga sind samadhi (Einung), citta vritti (Aktivitäten des Bewusstseins), samskara (unbewusster Eindruck) oder klesa (die Ursachen des Leidens), dukha (das Leiden).
Kundalini
Die ruhende Kraft. Die zu erweckende Kraft.
Mudra
Geste, Haltung, die mit dem Körper, der Hand und/oder Fingern ausgeführt wird. Ein Mudra verkörpert bestimmte Geisteshaltungen.
- Jnana-Mudra: Haltung der Hand, die das Siegel der Erkenntnis symbolisiert. Hierfür berführen sich die Spitzen des Zeigefingers und des Daumens, die anderen Finger bleiben ausgestreckt. Der/die Handrücken ruht/ruhen sanft am Knie. Der Zeigefinger steht für den Ausdruck der individuellen Seele, der Daumen für die universelle Seele. In der Berührung vereinen sich diese und symbolisieren Erkenntnis.
Nadi
Feinstoffliche Ader. Energiebahnen im Körper.
Niyama
Pitta
Pitta (von tap=kochen, steht für Hitze, Wärme) ist eins der drei Doshas im ayurvedisches System. Es hat die Eigenschaft von Hitze und seine Aufgabe ist Transformation.
Prana
Prana steht im Yoga für die Energie der Lebenskraft. Auch als Atem, Leben, Vitalität, Wind, Kraft und auch Seele beschrieben.
Pratayahara
Religiöser Yoga
Den Ausgangspunkt der ältesten Traditionslinie bilden die Upanishaden, die jüngste Textgruppe der Veden und die Bhagavad Gita, ein von den Hinduisten verehrter Teil des indisischen Epos Mahabharata. Zentrale Begriffe dieses Konzeptes sind atman (Selbst), Brahman (das Absolute), Turya (der Vierte), Bhakti (Hingabe) oder advaita (Nicht-Zweiheit).
Yoga ist religiös, keine Religion...
Rückbeuge
- Mögliche Wirkungen von Yogahaltungen der Kategorie Rückbeugen
Rückbeugen dehnen insbesondere die Vorderseite des Körpers (Brust-, Bauch-, Lendenmuskel und Oberschenkel, Leisten) und stärken intensiv die Rückenmuskulatur (vor allem Schulterbereich und oberer Nacken). In den einzelnen Übungen wird die Wirbelsäule mobilisiert und flexibilisiert. Rückbeugen können mehr Weite im Brustkorb schaffen und energetisierend wirken.
- Hinweise
In allen Rückbeugen sollte der Hals lang und entspannt sein. Vom Becken aus zentrieren. Scham- und Steißbein ziehen zusammen. Aktivität im oberen Rücken finden, unteren Rücken schonen, der bereits eine natürliche Beuge hat.
Beispiele Rückbeugen in yogawiki: Bhujangasana (Kobra), Dhanurasana (Bogen), Salabhasana (Heuschrecke), Urdhva Dhanurasana (Rad), Setu Bandha Sarvangasana (Brücke), Ustrasana (Kamel), Matsyasana (Fisch)
Samadhi
Samadhi------bedeutet den Zustand zu erreicht wo Körper Geist und Seele eins werden und mit allem verschmelzen.
licht und liebevolle Grüsse
Samadhi Ayurveda
Shakti
Schöpfungskraft
Umkehrhaltung
- Mögliche Wirkungen von Yogahaltungen der Kategorie Umkehrhaltungen
Wie auch in allen anderen Asana Kategorien liegt eine besondere Aufmerksamkeit auf die korrekte Ausführung bei Umkehrhaltungen, insbesondere im Nacken- Schulterbereich.
- Hinweise
Bei hohem Blutdruck, Herz- Augenproblemen, Nacken- und Rückenverletzungen und während der Periode meiden sie Umkehrhaltungen und oder üben sie Alternativen die sie in der Beratung von einem qualifizierten Yogalehrer erhalten.
Beispiele Umkehrhaltungen in yogawiki:Adho Mukha Svanasana (Herab. Hund), Halasana (Pflug), Salamba Sarvangasana (Schulterstand), Salamba Sirsasana (Kopfstand), Vrischikasana (Skorpion)
Vata
Vata (va=das, was sich bewegt oder trägt) ist eins der drei Doshas im ayurvedisches System. Es steht für das Element Luft, die materielle Eigenschaft der Bewegung und hat die Aufgabe der Übertragung von heiß oder kalt.
Veden
Die Veden sind Texte, die zwischen dem 1500 und 500 vor Christi Geburt entstanden und als „heiliges Wissen“ das Fundament des Hinduismus darstellen.
Vorbeuge
- Mögliche Wirkungen von Yogahaltungen der Kategorie Vorbeuge
Vorbeugen strecken die gesamte Rückseite des Körpers als auch der Beine und die Gesäßmuskulatur und können ebenso helfen, die Wirbelsäule flexibler werden zu lassen. Die Bewegung nach vorne stärkt ebenso den Unterbauch, die Organe werden massiert. Vorbeugen wirken beruhigend und erholsam für das Nervensystem da der Kopf tiefer als das Herz fließt und das Herz den Körper leichter mit Blut versorgen kann.
- Hinweise
Auf einen langen Rücken achten. Die Länge der Wirbelsäule ist wichtiger als mit der Nase zu den Beinen zu kommen. Beine und Füße in Vorbeugen aktiv halten. Bei Enge im unteren Rücken Hilfsmittel wie Gurt und/oder Block nutzen, als auch ggf. leichtes Beugen der Beine, um wieder mehr Länge im Rücken zu finden.
In sitzenden Vorbeugen: Bei Enge und starker Rundung des Rückens erhöht auf die Vorderkante einer Matte setzen. Das Schambein nach unten sinken lassen. Sitzfleisch nach hinten seitlich ausstreichen, mit den Gesäßknochen im Boden verwurzeln. Wirbelsäule vom Becken aus in die Länge richten. Die Schulterblätter ziehen sanft zusammen, Brust- und Bauchraum bleiben weit geöffnet.
Beispiele Vorbeugen in yogawiki: Baddha Konasana (Schmetterling), Balasana (Kind),Janu Sirsasana (Kopf-Knie-Haltung), Marichyasana A, Pashimottanasana, Prasarita Padottanasana (Weite Grätsche), Upavishta Konasana (Weite Grätsche im Sitzen)
Yama
Yoga
Eines der sechs großen philosophischen Systeme Indiens. Das Wort Yoga stammt aus der Wurzel "yui", die als anjochen, zusammenbinden, anspannen, verbinden beschrieben wird. Ursprünglich überwiegend auf die Schulung der geistigen Konzentration bezogen, steht Yoga in den modernen Stilen vielfach für die Vereinigung von Körper, Geist und Seele.
Die fünf anderen Systeme sind: Nyaya, Vaisheshika, Samkhya, Mimamsa, Vedanta. Alle sechs Systeme zusammen fallen unter den Begriff darshana.
Yoga Sutra
Ein Sutra wird als Faden oder Schnur bezeichnet. Bekannteste Form: Die Yoga-Sutren des Patanjali. Das Werk über Yoga von Patanjali besteht aus einer Ansammlung von Fäden in Form von kurzen Texten, Argumenten. Sutren wurden entwickelt, um Lehren mündlich zu übertragen. Die Yoga Lehren von Patanjali werden auch als ashtanga oder Achtgliedriger Yoga bezeichnet, da er acht Übungsstufen überliefert hat, um einen Zustand der Freiheit zu erreichen.
Zentrum
- Mögliche Wirkungen von Yogahaltungen, die das Zentrum stärken
Es gibt verschiedene Übungen, die indirekt die Bauchmuskeln ansprechen und aktivieren wie z.B. Virabhadrasana III , Chaturanga (Brett). Eine klassische Bauchübung aus der Yoga Tradition ist das halbe und volle Boot (Ardha Navasana (Halbes Boot). Ergänzend favorisieren viele westliche Yogalehrer weitere Bauchübungen zur Stärkung des Zentrums. In diesen Übungen werden weniger die oberen Bauchmuskeln trainiert sondern die unteren Muskelschichten, um einen festen Ausgleich für den Rücken zu bieten als auch das innere Feuer und der Bezug zur eigenen Mitte gestärkt wird.
Weitere Zentrum stärkende Übungen bei yogawiki:Astavrakasana (Seitl. Liegestütz), Bakasana (Krähe)
Quellen
- B.K.S. Iyengar: Licht auf Yoga (O.W. Barth Verlag, 2. Auflage, Frankfurt am Main 2005)
- Anna Trökes: Das grosse Yogabuch (Graefe & Unzer Verlag GmbH, 7. Auflage, München 2006)
- A.G. Mohan: Ayurveda und Yoga (via nova Verlag, 1. Auflage, Petersberg 2003)
